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Nachweihnachtliches Konzert in Unterschefflenz

von Karl Wilhelm Beichert

 

Unterschefflenz. - Weihnachtslieder für Chöre haben, besonders wenn es sich um schwierige Sätze handelt, einen Nachteil: Sie können nur in der Weihnachtszeit gesungen werden. Um so eindrucksvoller ist es, wenn ein Chor ein so großes Repertoire besitzt, dass er ohne Probleme ein Konzert mit solchen, teilweise sogar neu eingeübten Liedern bestreiten kann. So geschehen am vorletzten Tag des Jahres in der evangelischen Kirche in Unterschefflenz. Der Chor, von dem hier die Rede ist, ist der des Männergesangvereins Unterschefflenz, gründlich eingeübt und souverän geleitet von Susanne Bender.

 

 

 

 

 

Wenn dann noch ein zweites Ensemble mitwirkt, wie in diesem Fall der Gospelchor Schefflenz, dann entsteht ein erfreuliches Gemeinschaftswerk. Dieses wurde noch ergänzt durch passende Texte: Isolde Ernst las eine Meditation zum Thema Hoffnung, Anke Seufert bot, vom Klavier untermalt und als Einleitung zu dem folgenden Lied, die Übersetzung des "Waiting for Bethlehem´s Light", die sich mit dem Warten auf die weihnachtlichen Segnungen beschäftigte. Die Geschichte "Der Traum vom purpurnen Weihnachtsmann" trug Ulrike Gedemer ausdrucksstark vor,  und Alfred Wenz sprach zum Abschluss ein Gebet, das den Dank an Gott für die trotz der Beeinträchtigungen gewährten Freuden zum Ausdruck brachte.  

Beatrix Hunger, Sprecherin des Gospelchors und Kirchengemeinderätin, zeigte sich bei der Begrüßung beeindruckt von der imponierenden Anzahl der Gäste, die auf den normalen Plätzen des Kirchenschiffs gar nicht alle Platz fanden. Weihnachten sei nie vorbei, und deshalb gelte auch die Botschaft von Weihnachten eigentlich immer. Dieselbe Zuversicht hatte schon vorher der Männerchor mit dem Lied "Weihnachten im Waldkirchlein" verbreitet, einem Lied, das nach einem frohen Halleluja in das bekannte "O du fröhliche" einmündet. Abwechslungsreich gestaltete sich die Darbietung des Lieds "Du großer Gott", bei dem zunächst Ernst Egolf mit klarer Stimme und exakter Artikulation zum Summen des Gesamtchors als Solist auftrat, bevor beim Refrain die übrigen Sänger lautstark einstimmten. Die dritte Strophe, gesungen vom ganzen Chor, wurde durch ein Zwischenspiel auf dem E-Piano von Susanne Bender eingeleitet und begleitet.


 

Schon bevor sie ihren Gospelchor vom Instrument aus dirigierte, begleitete dessen Leiterin, Svenja Eberle, den Männerchor auf dem E-Piano mit umspielenden Koloraturen bei dem Lied "Für die Schönheit dieser Welt" des inzwischen schon klassischen Kirchenmusikers John Rutter. Dank für die Schönheit der Schöpfung und des Menschenlebens ist dessen Thema. Drei englische Lieder zum Advent bzw. zu Jesu Geburt mit unterschiedlichem Charakter, der von den 16 Sängerinnen und den drei Sängern gut herausgearbeitet wurde, waren dann der erste Beitrag des Gospelchors. Die Musik von Victor C. Johnson gestaltete die Aufforderung "Run Shepherds!" (Lauft, Hirten!) beim dritten Lied einfühlsam.

 

Zwei weitere Lieder des Männerchors stammten aus dessen bekanntem Repertoire: das klassische "Tebe Moem" (aus der orthodoxen Messe) und "Seemanns Weihnachten" (Weihnachten und Sehnsucht nach der Heimat). Neu dazugekommen ist "Mitten in der Winternacht" von Matthias Bretschneider, das in die vorwurfsvollen Frage mündet: "Jeder Vogel singt sein Lied, Hirten, warum singt ihr nicht?" Hier waren Ernst Egolf und Otmar Reuthner harmonisch als Solisten zu hören. Einen gemeinsamen Auftritt hatten die beiden Chöre bei "Stille Nacht", wobei die Gospelsänger die Melodie des bekannten Liedes sangen, der Männerchor mit "Ehre sei Gott" einen musikalischen Kommentar dazu lieferte.

 

Bei dem Gospel "Freedom is coming" (Die Freiheit kommt) sang Svenja Eberle trotz Erkältung die Überstimme zum Vortrag der Gospelsänger, und Petra Hauck rhythmisierte das Ganze auf der Tschembe. Das bekannte "Halleluja" von Leonard Cohen hatte Susanne Bender, auf ihren Chor zugeschnitten, gesetzt, entsprechend eingängig war dann die Darbietung, und manche Zuhörer summten leise mit. Mit dem fröhlichen "Ja, dann ist Weihnachtszeit" endete das Programm der beiden Chöre, und alle sangen, bevor es vor die Kirche zur Bewirtung durch die Bulldogfreunde ging, stimmungsvoll das "O du fröhliche".

 

Zuvor bedankte sich Carolin Henn, Kirchengemeinderätin und Mitglied des Gospelchors, für die Einladung zur Mitgestaltung durch den Männerchor, auch bei den beiden Dirigentinnen Susanne Bender, der früheren Leiterin, und bei Svenja Eberle, der aktuellen. "Sie brachten bzw. bringen unsere Stimmen zum Klingen." Der Gospelchor bestehe schon seit 15 Jahren. Dem Dank schloss sich Gerhard Frey, der Vorsitzende des Männerchors, an, dankte auch der Kirchengemeinde mit dem anwesenden Pfarrer Stefan Albert für die Überlassung der Kirche und zeigte sich auch seinerseits beeindruckt von dem überwältigenden Zuspruch: "Der Pfarrer wird neidisch gucken."    



Konzert des Männergesangvereins Unterschefflenz

zum 155-jährigen Bestehen

von Karl Wilhelm Beichert

 

Schefflenz. - 155 Jahre ist der Männergesangverein Unterschefflenz nun alt, und doch ist er jung geblieben. Das bewies er auch bei der Feier zu dem kleinen Jubiläum in der Aula der Schefflenztalschule. Mit dem gastgebenden Verein zusammen feierten der Grundschulchor der Schule, der Männergesangverein Freundschaft Fahrenbach, die Musik- und Medientechnikstudentin Caterina Szigeth als Gesangssolistin und Pianistin sowie viele erwartungsfrohe Gäste.

 

Die neu gewonnene Jugendlichkeit des MGV Unterschefflenz verdankt der Chor seiner seit fünf Jahren wirkenden jungen Dirigentin Susanne Bender. Sie hatte ein ansprechendes Programm zusammengestellt, das aus einer Mischung traditioneller, bekannter Lieder und behutsam neu eingeführter Chorsätze bestand. Das Spektrum reichte so von Friedrich Silcher bis Ralph Siegel und John Rutter. Der Chor zeichnete sich durch gut koordinierte Einsätze, exakte Absprachen, sinnvoll wechselnde Dynamik und durch bereitwilliges Eingehen auf die Impulse der Dirigentin aus. Dass dies auf eine geduldige und beharrliche Probenarbeit zurückzuführen ist, darauf wies der Vorsitzende, Gerhard Frey, in seinen Dankesworten hin.

 

Nach dem "Schefflenzer Sängergruß" und der Begrüßung durch den Vorsitzenden, die u. a. auch Bürgermeister Houck galt, kam es zu einem reizvollen gemeinsamen Auftritt des Männer- und des Grundschulchors. Besonders das durch Peter Maffay bekannt gewordene Lied "Ich wollte nie erwachsen sein", bei dem Caterina Szigeth die Chöre auf dem Klavier einfühlsam begleitete, begeisterte das Publikum. Drei weitere Lieder trug der Kinderchor dann allein vor, den Rock Song ("Ich will rocken"), das "Applaus, Applaus" und das Lied, mit dem der Vortrag begann, "Finde deinen Beat". Und die Kinder fanden ihn. Frisch, flott und lebendig kamen die Lieder herüber. Dafür hatte ihr Lehrer Ralf Bundschuh gesorgt, der die Kleinen dirigierte und auf der Gitarre begleitete.

 

Einen Glanzpunkt setzte dann Caterina Szigeth, als sie, besonders in den hohen Lagen stimmlich brillierend und von Susanne Bender empfindsam am Klavier begleitet, das Stück "Reflection" aus dem Disney-Film "Mulan" vortrug. Dankbarer Applaus des Publikums war ihr Lohn. Nach dem kroatischen Volkslied "Mala moja", dessen Satz von Arnold Kempkens die Eigenheiten von Männerstimmen zur Geltung bringt, was auch bei dem Vortrag des MGV zum Ausdruck kam, nahm Gerhard Frey vereinsintern Ehrungen für verdiente Sänger vor: 25 Jahre singen Edelbert Jenske und Alfred Wenz, Anton Hafner singt seit 40 Jahren beim MGV, eine 50-jährige Sängerlaufbahn haben Romald Czenry und Reinhard Krämer hinter sich, und auf stolze 60 Jahre Singen kann Ernst Egolf zurückblicken. Die beiden Sänger, die für 65 Jahre hätten geehrt werden sollen, waren leider nicht anwesend. Ernst Kühner war verhindert, und Adolf Egolf war vor drei Wochen überraschend gestorben. Dem Moderator des Abends, Wolfmar Hammer, der locker und gleichzeitig informativ durch den Abend führte, war es vorbehalten, auch den Vorsitzenden Gerhard Frey zu ehren. Schon seit 20 Jahren führt er den Verein, und seit 50 Jahren ist er aktiv als Sänger.

 

Die nur 17 Sänger des MGV Fahrenbach bewiesen, dass man auch in dieser Besetzung zu eindrucksvollen Vorträgen in der Lage ist. Bei einem amerikanischen Spiritual, einer Volksweise aus Irland und einem deutschen Volkslied zogen sie unter der routinierten, aber immer wieder begeisternden Regie und Klavierbegleitung von Manfred Schäfer alle Register, die einer solchen Formation zur Verfügung stehen.

 

Mit "Lass´ die Sorgen, freue dich auf morgen" begannen sie dann den zweiten Teil des Programms und leiteten mit dem piemontesischen Volkslied "Riport a me" zu dem bekannten Stück "Über sieben Brücken musst du gehn" von Ulrich Swillms über. Ganz andere Tonfarben brachten sie mit Stücken aus dem romanischen Raum zur Geltung, als sie zunächst in dem italienischen Volkslied "Ausfahrt und Wiederkehr" das gefahrvolle Fischerleben mit dem Refrain "Addio, addio, Carina" zum Besten gaben, um schließlich mit der brasilianischen Komposition "Dona Maria" und ihrer interessanten Harmonik ihre Vorträge eindrucksvoll zu beenden.

 

Zwei weitere Melodienblöcke steuerte noch der gastgebende Chor bei. Der angekündigte Schwung, der die Güter pries, die das Leben wertvoll machen, kam in den Stücken "Fröhliche Welt" und "Frühling am Rhein" zum Ausdruck. Die beiden folgenden Voträge waren: "Für die Schönheit dieser Welt" von dem zeitgenössischen Kirchenmusiker John Rutter und "My way", das durch Frank Sinatra bekannt wurde. Begleitet hat wieder Caterina Szigeth am Klavier, wobei besonders das erste Stück mit seinen halsbrecherisch schnellen Läufen eine erhebliche Virtuosität verlangte, die aber von der jungen Pianistin bravourös gemeistert wurde.

 

Sichtlich zufrieden bedankte sich Frey bei allen Mitwirkenden und dem Publikum. Nach dem abschließenden "Abendfrieden" kam der Chor, bedingt durch den anhaltenden Applaus, um eine Zugabe nicht herum.